Duat

Wir haben uns oft gefragt, warum die alten Ägypter Jahrtausende hindurch so viel Mühe, Energie und Aufmerksamkeit aufwendeten und einsetzten für den Ausbau, die Ausstaffierung ihrer Totenwelten.
Die Antwort: sie wollten den Lebenden, den kommenden Generationen einfach nahe, einfach näher sein: von dort aus
am nächsten zu uns selbst, zu jeder künftigen Menschheit.

Bei flüchtiger, bei oberflächlicher Betrachtung
liegen die Totenreiche der Ägypter enorm weit weg, in einer fast prähistorisch und zugleich geschichtslos anmutenden Tiefe.

Aber in Wahrheit befinden sie sich seit jeher in fast greifbarer, in ergreifender Nachbarschaft:
Es sind merkwürdig innenseitige Konstruktionen aus Alltag und Ewigkeit, aus Zeitlosigkeit und Jederzeit.
Die zwischen den ägyptischen Jenseitswelten und unserem Diesseits aufgezogenen Brandmauern sind hauchdünn, aus Buchstaben und Hieroglyphen genäht, gemalt und gewoben. Das heißt: eigentlich existieren sie gar nicht und wir spielen uns in ihren Unterwelten ab. Ihre immensen Universen führen dann und wann in uns ihre Schattenprojektionen und Lichtspiele durch.

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