Rätsel

Was ist das?
es ist blau und tief
blau wie der Himmel, aber nicht der Himmel,
tief wie ein Ozean, aber kein Ozean.
Es ist sie und es. 

Du kannst sie überall antreffen, hellwach auf dem Berggipfel,
im Tagtraum auf dem Bett.
Sie kommt  nahe,
geht mitunter noch näher,
bleibt aber immer entrückt.

Scheint tief drinnen zu stecken, obwohl man ihm und ihr vorzugsweise draußen nachgeht.
So inwendig in einen versetzt, dass es manchmal näher scheint als man selbst.

Täuschung vermutlich, die sich gegenseitiger Entrückung verdankt.
Auch die Bläue hat damit zu tun:

Entspringt aus uneinholbarer Distanz zu einander,
wie die Bläue des Meers oder  Himmels
dem Licht.
Was ist das?

Ferne natürlich.

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2 Antworten zu Rätsel

  1. Rebsch sagt:

    Wer in die Ferne will wandern, der muss mit der Liebsten gehn. Es jubeln und lassen die anderen den Fremden alleine stehen. Was wisset ihr dunklen Wipfel……
    Scheint die Ferne nahe, so strahlt der Himmel blau – bleuatre. Ihre Nähe ist Ahnung. Entzieht und zieht sie sich, dann wird es dunkel über den Wipfeln. Ferne verschwindet in der Gegenwart, ohne Aura. Tintenblau ist darum wohl die Farbe des Heimwehs.

  2. sylvia sagt:

    revonnah… ferne, nachträglich geschönte, nicht gut zu haben im wintergrauen lakenlook, aber bald, wenn überall aus dem grauen die farbe sprenkelt, mal im vorgarten, mal im wald oder in der straßenbahn sogar, und die farbe grün nach vorn marschiert, immer weiter bis in die vorzimmer der grauen herren und auf die tische und bänke und in die schränke – dann meine lieben erwacht sie – revonnah – und bleibt springlebendig bunt bis in den späten herbst. diese blicke muss man sammeln und in den topf tun, den man im winter vom regal holt und auf den teppich kippt – dann kann es sein dass aus dem graugraugrau ein sehnsuchtsblau wächst, die blaue blume sich in den wintermorgen reckt und dem himmel die zuge zeigt – die eisvogelblaue – und mitten im adventskranz die scilla blühen…

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