Hebräerbrief 9,26

Vielleicht ist es doch so, dass der Messias, dass Christus „viele Male seit der Erschaffung der Welt (hat) leiden müssen“, und nicht nur ein einziges Mal, wie der Verfasser des Hebräerbriefs annimmt. Die Auffassung, er habe auf Golgatha sein Leiden abgeschlossen, um danach in eine leidensfreie und überweltlich-außerweltliche Existenz eingegangen zu sein, erscheint nicht nur als ausgeklügelte theologische Konstruktion, sondern auch kaltsinnig und pervers im Hinblick auf das unleugbar fortdauernde Leiden in dieser Welt, als vollzöge es sich gleichsam außerhalb des Leibes Christi.
In der Setzung, der Erlöser habe nur ein einziges Mal gelitten, steckt eine Missachtung und Verleugnung der fortdauernden Solidarität und Mitgeschöpflichkeit mit der weiterhin bedrängten und gequälten Kreatur, einer Mitleidenschaft, die wir dem Menschensohn vorbehaltlos und rückhaltlos unterstellen wollen.

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