schwindeln 1

Im Deutschen ist schwindeln eine Iterativbildung zum Zeitwort schwinden. In der Bedeutung „in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden“ kommt es seit 800 vor. Im 18. Jahrhundert entwickelt sich als zusätzliche Bedeutung „sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen“, woraus sich dann der Schwindler ergeben hat als Phantast, Flunkerer, Betrüger.
Schwindel als „drehendes Gefühl im Kopf“ wird im 18. Jahrhundert auch im übertragenen Sinne genommen als Taumel der Erregung oder Begeisterungstaumel.

Im Rückblick auf die Moderne können wir sehen und sagen: unsicherer Boden und Schwebe bedingen einander. Unsicherer Boden kann Absturz, kann Aufstieg veranlassen. Aber in der Epoche, an deren Rand wir stehen, setzen mit der Auflösung des festen Bodens und der Standorte, aus denen er sich zusammensetzt wie ein Digitaldruck aus Punkten, eine Art Gleiten ein, das dann in Schwebezustände übergeht. Sind es Zustände oder doch eher Vorgänge?

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