Akrobatik

Nietzsche spielt an auf eine Verschärfung und Abstumpfung des Gewissens:
es wird immer feiner, immer ferner und dabei immer unerbittlicher.
Auf der anderen Seite stumpft es ab, wird zunehmend fühlloser, im Zuge des zivilisatorischen Prozesses desensibilisiert.
Zwei Extreme. Sie sind die Pole, zwischen denen das Seil ausgespannt ist, auf denen der Akrobat seine Künste durchführt.
An ihnen hängt sein Leben.

Die Anspielung auf die Verfeinerung und Vergröberung eines spezifisch menschlichen Organs verweist auf finale Notlagen und Krisen: beide gegenläufigen Entwicklungen führen zu unerträglichen und obendrein unverträglichen Zuständen.

Aus diesen helfen nur Balancierkünste heraus, die im Geschick von Seiltänzerinnen, Freeclimbern und Akrobaten vorgestellte, gleichsam vorschwebende Gestalt annehmen.

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