im Durchschein

durchs Glas nach drinnen, nach draußen,
durchs Fenster nach hinten, nach vorne.
Egal –
nicht alle Spiegel zerren,
nicht alle Grimassen sind grimmig.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu im Durchschein

  1. sylvia sagt:

    lieber dietmar,
    den text hab ich vor vielen jahren geschrieben.
    er scheint mir gut zu deiner foto-text-arbeit zu passen,
    deshalb hab ich ihn dir geschickt.

  2. sylvia sagt:

    hinter glas bewegte sich ein mensch.
    war er eingeschlossen? war ich ausgeschlossen? ich
    trat näher und legte meine stirn an den rahmen. durch
    das gras sah ich ihn rennen, der kopf zeigte tage
    voraus, die arme schlenkerten, wiesen in alle windrosenweiten.
    ich hauchte auf das glas und nebel
    verhüllte die landschaft, verhüllte das haus, in das
    er rannte. ich hörte die tür schlagen, ein donnerecho
    mein herz schmolz in den nebel hinein;
    durch die sanfte beuge schaute ich, und das haus wuchs bis
    an den himmel und sehr nah an das glas heran.
    hoch oben hinter dem fenster sah ich ihn stehen, eine
    ferne gestalt, eine zeichnung von kafka, und er hob die
    hand und er winkte und ich grüßte hinauf und er klopfte
    sacht und die scheibe zersprang. er ist der splitter in
    meinem auge, meinem herzauge, im zentrum des
    sturms.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.