eine Art Abstinenz

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Nichts geht über Erkenntnisdrang und Wissbegierde, außer Diskretion.

Sie macht oder gebietet dort Halt, wo Hand und Auge bereits ansetzen, den Vorhang zu lüften.

Manchmal wie eine Abkühlung, eine kalte Dusche für brennende Neugier.

Vielleicht führt Diskretion die notwendige Scheidung ein zwischen Erkenntnislust und Erkenntnislüsternheit.

Diskretion als eine Art Respekt, als Enthaltung aus Selbstachtung.

Sie ist dem Erkenntnisstreben eingewoben durch den Umgang mit dem, was gelegentlich und immer wieder missverständlich heilig genannt wird.

Abgetretenes und daher unbetretbar gewordenes, dem Zugriff gleichsam vertraglich entzogenes Gelände.

Gerade Erkenntnisinteresse kommt ohne eine Art eingewurzelter oder „präliminarer“ Anerkennung von Tabubereichen, ohne ein Vorwissen oder Vorgefühl für Berührbares und Unberührbares, betretbare und unbetretbare Räume, nicht aus.

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