Numen

In der Antike versteht man unter numen einen Wink, die Bezeigung einer höheren oder tieferen Macht, schließlich diese Macht selbst. Dabei bleibt offen, was zuerst war: der Wink, die Bezeigung oder die Macht.

Es könnte sein, dass alles mit einem Lidzucken, mit einem Flügelschlag, mit einem Hauch begonnen hat.

Dass erst danach große Erschütterung für Übermacht stand, als ein Übermächtiges eintrat. Oder dass die Erschütterung den Anfang machte und später, im Ritus, auf Wink und Zeichen herabgespielt wurde.

Der Bericht, der über den Propheten Elia gegeben wird (1.Könige 19,12), lässt eine Deutung in beide Richtungen zu: das Säuseln, die „Stimme der Stille“  bildet den Ausklang und Höhepunkt einer Demonstration von Naturgewalten, die mit tosendem Sturm, gewaltigem Beben, ausbrechendem Feuer begonnen hat. Der Wink erscheint hier als herabgestimmter, als abgestimmter Schrecken. Einklang im Ausklang. Doch auch im Wink,  noch und schon im Wink die Erschütterung.

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