im Bruch

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Im Bruch bricht es sich leicht.

Sich verlaufen, einsinken, weggesackt sein ist dort leichter geschehn als man denkt.

Unzählige Moorleichen, sie zeugen davon. Häufiger sind sie, häufiger als Lehmgrubenleichen, auch von Gletscherleichen nicht übertroffen.

Alle zwar halten sich lang und können Jahrtausende hinhalten. Aber am längsten halten die Leichen im Bruch, weil der nicht schmilzt, weil niemand ihn aushebt.

 

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Im Bruch quaken Frösche im Laich, von ferne ringeln die Nattern.
Es blubbert und atmet kaum hörbar. Alles ist still – und verdächtig.

Hier sind Schwade und Dunst in sepiafarbenem Frühlicht, in kontinuierlichem Dämmer zu Hause. Braunes Wasser, von Riedbüscheln durchsetzt, dazwischen Faulschlamm, den keine Hand umrührt. Leuchtgas, das in Blasen aufsteigt, wie Kohlensäure im Bier und mit hässlichem Platzen die schillernden Häute durchbricht.

Ja, so wahr wahr ist: im Bruch bricht es sich leicht, Ahnungslos gerät dort gern in die Brüche.

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