Ruben Bezalel

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ein Zeitgenosse Benadads, ging von der Beobachtung aus, dass jedem ins Helle tretenden Schatten irgendeine Art Körperlichkeit zugeordnet ist.

Es gibt, stellt er fest, keine Mücke, keine Mikrobe, kein Staubkorn ohne einen jeweils vorgängigen Schatten.

Alle Schatten, behauptet er, entlassen aus sich ein ihnen zugehöriges – zumindest vom Ursprung her zugehöriges Wesen – belebter oder unbelebter Natur.

Auch der Mensch.

Es gibt mikroskopische Schatten, die ihr „Erzeugnis“ über die Schwelle der Sichtbarkeit so weit hinauswerfen, dass dieses vor unseren Augen groß wie ein Baum und größer als ein Luft- oder Raumschiff erscheint.

Aber Bezalel hat auch die Existenz minimaler Schattenpunkte erwogen, die ihr körperliches Äquivalent in Raumdimensionen werfen, die sogar dem Inneren Augenblick (das ist nach Bezalel eine Zeit-Einheit mit praktisch unendlichem Horizont) kaum fassbar, geschweige denn zugänglich sind.

 Hierzu erklärt er: „Meine Nachforschungen und Berechnungen, über die ich hier keine Rechenschaft ablegen will, haben ergeben, dass solch ein  a u f  oder j e n s e i t s  der ‚Schwelle’ gelegener Schattenpunkt in beiderlei Richtung hin einen kleineren oder größeren  Organismus oder sogar Leib projizieren kann. Es gibt Schattenpunkte, die im Verhältnis zu ihrem, ins Reich des Verschwindens fallenden Entwurf, so winzig sein können wie der Kern eines Blitzes im Verhältnis zu dem daraus hervorzuckenden Licht. Andere, die zu uns kommen, sind im Vergleich wie ein Granatapfel und wie die gerade untergehende Sonne, in deren Licht man ihn hält.“

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0 Antworten zu Ruben Bezalel

  1. Jisdal, Jeromin sagt:

    (Kommentar zu Ruben Bezalel:)
    … bei Gelegenheit der Veröffentlichung einiger Überlegungen, die uterine Konzeption des Schattens, die Benadads Kollege Ruben Bezalel angestellt hat, sollte auf die hier vorliegend uterine Konzeption des Schattenwesens aufmerksam gemacht werden, der Schatten als „Gebärmutter“.
    Dazu möchte ich eine Anmerkung liefern, die vielleicht das Verständnis erleichtert: es liegt hier, wie mir scheint, eine alte Vorstellung zugrunde, in der die pränatale, bzw. intrauterine Existenz unter einer Gestalt gefasst wird, die an Bilder aus der Seelenwanderungslehre erinnert. Dort kehrt die (trans)migrierende Psyche zwischen ihren Verkörperungsphasen immer wieder in „Nächte“ und „Dunkelheiten“ ein. Das sind die so genannten „Herbergen“ der Migrationen. Sie gelten als die eigentlich regenerativen und reproduktiven Ort auf der Großen Wanderung. Hier – oder dort, wenn man so will – finden Schlafen, Träumen, Ernähren, Bewirten, also ein Empfangen und Mitbringen statt, die ja auch die elementaren Voraussetzungen jeder Verleiblichung abgeben. Das Hebräische hat für all diese untereinander zusammenhängen Orte den Begriff „maqom“.
    Mit kollegialem Gruß, Jeromin Jisdal

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