Israel Benadad

hat an der Erscheinung des Schattens nachzuweisen versucht, dass auch das Licht als eine Art Schatten aufzufassen sei. Es stehe zu seinem Ursprung, meint er, in einem ähnlichen Verhältnis wie der hingeworfene Schatten zu seiner Lichtquelle.

Wenn nun das Licht selbst eine Art Schattenwurf ist, so folgt daraus, dass all die Phänomene, die wir als Schatten begreifen, im Grunde genommen Lichtnatur haben. Sie machen aus dem Licht, das sie entstehen lässt, etwas sichtbar, was in diesem selbst noch keine irgendwie nachweisbare Existenz hat. Sie machen es stufenweise sichtbar, und zwar so, dass ein Beobachter, auf der äußersten dieser Emanationsstufen angelangt, im extremsten Abschattungsbereich stehend, zum Zeuge eines zu seiner vollständigen Entfaltung gelangten Lichts werden könnte.

Benadad kennzeichnet diesen zunächst imaginären und visionären Ort höchster Visualität mit dem hebräischen Ausdruck „choschek“, „Finsternis“.

Der Schöpfungsbericht der Genesis erläutert „choschek“ als „Finsternis auf dem Antlitz des Abgrunds.“ Darunter sei, meint Benadad, zugleich jenes „Licht“ zu verstehen, von dem es in einem Psalm heißt: „In Deinem Licht sehen wir das Licht“, also das Gelingen des Blicks in den Abgrund.

 

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