Plazenta und Fruchthaut

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In manchen Kulturen wird der Schatten eines Lebewesens mit seinem Tod in Verbindung gebracht. Wie eine geplatzte Fruchthaut hängt er seit Geburt Mensch und Tier an.

Er lässt sich nicht abstreifen, verschwindet auch nicht im Dunkeln.

Wenn jemand stirbt, nimmt man ihn als Laken, um den Verstorbenen einzuhüllen, so dass jemand die Große Migration nicht nackt antreten muss.

Wenn diese Person wieder geboren wird, ist es derselbe Schatten, aus dem sie ans Licht und zur Welt kommt. Aber während der ganzen Spanne, die dazwischen liegt und das hiesige Leben ausmacht, bleibt der Schatten wenig benutzt und beachtet.

Nur einmal im Jahr, beim rituellen Feuertanz, lassen sie ihn so aus sich heraus, dass man von einem regelrechten Schattentanz sprechen kann, während Frauen und Männer zusammen- und übereinanderliegen wie brennende Holzscheite.

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