es kocht

Not lehrt beten, sagt ein alter Spruch, und heißer Boden lehrt tanzen. Der heiße Boden eines Topfes, der auf der Herdplatte oder über der Gasflamme steht, bringt es dem Wasser bei, das es auch nicht gelernt hat, in Perlen und  Blasen aufzusteigen. Unendlich klein, nicht größer als der kleine Stich, den eine Nadelspitze auf einer polierten Granitplatte hinterlässt, sind sie am Anfang, wenn sie aus dem Wasser auf dem Topfboden Platz nehmen. Dann wachsen sie mit einer für ihre Kleinheit ungeheueren Geschwindigkeit. Sie blähen sich auf, als sammelten sie Atem, um dann kraftvoll und mit einem Ruck abzuspringen. Und im gleichen Satz sind sie schon über die Oberfläche hinaus, um zu verdunsten, um im Weltraum als Dampf zu verschwinden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.