Käneleck

Käneleck oder Känelegg heißt hier eine Bergkuppe, die den steiler aufsteigenden Berghängen und Graten vorgelagert ist. Die ganze Kuppe ist ein einziges Moor, im Sommer mit weißen Wollgrasschöpfen bedeckt und gewissen Gräsern und Moosen, die es eben nur in extremen Feuchtgebieten gibt. Man weiß nicht, wo das Wasser auf dieser Kuppe her kommt. Es fließt ständig ab, weil Wasser nicht anders kann, als abwärts zu fließen. Und dennoch bleibt es oben so morastig, dass man bis zu den Knöcheln versinkt. Unerklärlich. Da wachsen flache Blaubeersträucher mit roten Blättern, Moosbeeren kriechen ganz dicht über dem Morast entlang, Krähenbeeren schauen schwarz oder blauäugig auf. Am Rande dieser versumpften Region weiden auf einmal Kühe und hinterlassen breite und flüssige Fladen, in denen Schmeißfliegen ihre Brutstätten einrichten. Auch bläuliche Schmetterlinge landen hier gerne zwischen. Sobald die Tage vergehen, schießen auf dünnen Stängeln flüchtige Pilze aus diesen

verstreuten Exkrementen hervor und werden von den Rindern wieder verspeist, wie unsereins Pasteten oder Trüffeleis isst.

Die Herkunft des Namens Känelegg ist unklar, wie eigentlich die Herkunft der meisten flurbezogenen und landschaftlich-geographischen Bezeichnungen. Vielleicht hat es mit cana zu tun, also mit Röhricht und Rohr. Kaneel wäre Zimt, der an ganz anderen, wärmeren und tiefer gelegenen Orten wächst.

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