Bergwelt

In der so genannten Bergwelt trägt das Rauschen des Windes das Rauschen ferner herabstürzender Wasser zu und im Rauschen der Wasser wiederum hört man den Wind sausen.

Das Wilde und das Zahme passen oft nicht gut zu einander. Deswegen gehen sie immer wieder neu aus einander hervor und verschlingen sich wieder, jedes auf seine spezifisch Weise.

Menschenleere – eine Kostbarkeit oder ein Schrecken.

Menschenleere in Städten und Ortschaften erfüllt mit Unbehagen oder Entsetzen,

menschenleere Landschaften sind Wohltaten und erfüllen mit feierlichen Gefühlen.

Wieder gegenüber der schieferfarbenen Senkrechten.

Eine Fläche, über Plattengiebel und Blechdächer aufsteigend.

Dazwischen tauchen auf und verschwinden Bergdohlen.

Schwarzgefiedert, aber eher an Stare als an Dohlen erinnernd.

Hier im Ort sind sie dreist und den Einheimischen so lästig wie anderswo die Tauben, die es hier nicht gibt, wahrscheinlich wegen der Höhe, wegen der dünnen Luft, wegen der Kälte im Winter.

Bergdohlen gibt es hier im Ort über den Dächern und in menschenscheuer Variante, die sich aber der gleichen Laute und Vogelsprache bedient, weiter oben im zerklüfteten Fels.

In die Tiefe des Anblicks der Felswand versunken sinnen, nachdenken, aufschreiben.

Die Gedanken fliegen davon wie Bergdohlen, mit einem schrillen, in den Ohren nachhallenden Schreien.

Es ist gegen Abend, alles in ein helles nebliges Licht getaucht, schwacher Regen.

Die schwarzen Vögel sind unruhig und zetern. Die Gedanken machen es ihnen nach. Nur der schwarze Mönch, mit der Rechten auf den Büffel gestützt, bewahrt Haltung.

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