Gedanken abmalen

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Einen Gedanken abmalen oder auch nur skizzieren –

ein extrem schwieriges Unterfangen.

Vielleicht sollte man es besser bleiben lassen, um einen ungünstigen Ausgang, ein enttäuschendes Ergebnis zu vermeiden.

Aber der Gedanke piekt und nervt und lässt nicht locker.

Wenn der Zufall und die Lichtverhältnisse günstig sind, kann man es digital versuchen.

Das verändert jedoch, führt zu einem konservierten oder pasteurisierten Erscheinungsbild. Abgespeichert hält es bis ins nächste Jahrtausend, vorausgesetzt, es setzt kein elektronisches Unwetter ein, vorausgesetzt, es kommt zu keinem Kollaps im Magnetfeld.

Die Hand kennt sich nicht besser aus in der Gedankenwelt als Scanner und Kameras.

Aber sie verfügt über eine Körperkraft, die den anderen Reproduktionsmedien fehlt.

Dafür greift sie im Gedankenbild, das sie erstellt, gelegentlich daneben und bekleidet den Gedanken mit einem Fleisch, das ihm manchmal lästig oder sogar peinlich sein kann.

Erst ein mit Fleisch bekleideter Gedanke hat sich mit dem Problem der Nacktheit auseinander zu setzen, zu kämpfen mit Aufwallungen von Scham.

Ein reiner Gedanke schwebt über diesen Dingen wie ein Blitz überm Gewölk.

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