Raum und Zeit

Schwieriger Augenblick in Anbetracht des schwankenden Raums und der Zeit, die nicht stillstehen will. Die noch verbliebenen Gäste haben sich um einen kahlgeschorenen Mastbaum geklammert. Ist es einer oder ist es ein Schlagbaum oder ist es ein Stammbaum?
Jedenfalls geklammert.
Aus der Erde, in die sie ihre Füße eingegraben haben, wachsen sie nun in den Raum.
Ein endloser, ein endlos schwankender Raum.
Auf einigen schwimmenden Schiffsplanken und auf verloren in irgendwelchen Strömungen treibenden Brettern machen sich Seeleute zu schaffen. Sie sind in gelbes Ölzeug und grüne Südwester gekleidet. Einige nach vorne gebückt, um  Nägel aus den Planken und Bohlen zu ziehen, die ihre rettenden Fahrzeuge sind, auf denen sie naturgemäß kleben.
Kleben sie?
Ja, sie kleben wie große Plakate im Raum, den sie mit ruheloses Blicken ohne Anfang und Ende durchdringen. 

Für uns, die wir nach wie vor in bewirtschaftetem Land leben, ist die Situation immer noch einigermaßen erträglich.
Ein Gast fragt den angeklammerten Nebenmann nach einem Suppenteller.
Keine überflüssige Frage,
denn das Schwappen von Tellerrand zu Tellerrand
hat nicht aufgehört.
Wird es jemals ein Ende, jemals einen Horizont finden?

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