im Schwarm

In der Strömung gebogen wie Wassergras, hohl und sausend wie Schilfrohr.

Mit Heuschreckengesichtern, Insektengesichtern, Flugkörper.

Aus wehender Höhe lassen sie sich in kochender Milch nieder.

Im blasenwerfenden Raum bilden sie unmerkliche Schauplätze und

nehmen als Anblick oder als Gedanke Gestalt an.

Manchmal könnte man denken, Zufälle.

Sie strecken Gliedmaßen aus, verkörpern sich in unterschiedlicher Weise.

Manches davon bleibt Papier, bleibt Tagebuch, sobald eine Art Feuer das Gewimmel auffrisst: es bleibt ein Schein, durch Reihen von Nächten geworfen.

 

Unter Mühe und Arbeit vergossene Worte und Buchstaben,

ausgeschüttetes, von Zeile zu Zeile pendelnd.

Gebrabbelte Schriftzeichen, Sätze, Akkorde.

Manchmal sechsbeinig, auf dem Rücken und sechs auf dem Bauch,

seitlich durchsichtige Hautflügel, an davonhuschende Kakerlaken erinnernd.

Sie sind schnell wie Silberfische, geräuschvoll und gutartig wie Hummeln.

Größere Exemplare erinnern an fliegende Schafe.

Unbelehrbar der Wärme und dem Hellen zugetan, auch wenn sie ganz

genau spüren, dass Blitzlicht und Schwarzlicht überall lauert und sie auf der Stelle vertilgt.

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