Bei Brands

20 Uhr 30

Der Versicherungsdirektor Brand kommt nach Hause.

Er versteht die Welt nicht mehr.

Was ist los? fragt Brands Frau.

Brand hält inne, stutzt bei der Frage seiner Frau. Ist es, dass er auf einmal nicht mehr wissen sollte, was los ist?

Bitte, Gertrud, sagt er zu Frau Brand, die Gertrud heißt.

Und dann noch einmal, weil er das Fragezeichen vergessen hat: wie bitte, Gertrud?

wie war das noch?

Was soll gewesen sein, Gerhard? fragt Gertrud zurück.

Nichts nichts, beschwichtigt Brand, nichts nichts.

Gertrud Brand, neugierig geworden: Erzähl, sagt sie zu ihrem Mann.

Brand lässt sich nicht befehlen.

Er ist Versicherungsdirektor und gewohnt, von Berufs wegen.

Er sagt: nichts zu erzählen, bloß irgendwie, ich verstehe nicht mehr.

Gertrud, Frau Brand, schaut ihn an und fragt: was irgendwie, was: ich verstehe nicht mehr?

Du musst mir auf die Sprünge helfen, sagt er.

Sprünge, was für Sprünge?, überlegen nun beide, und warum muss müssen?

 

Eine leichte Ungehaltenheit flutet in das Zimmer, wo Brands Möbel stehen haben, Küchengeräte, Badewannen und Betten.

Er, Brand, hält sich mit der linken Hand, wo das Uhrarmband sitzt, fest an der Lehne.

Sie, Brand, hat fest mit der armbandumwundenen Linken die Klinke im Griff.

So schauen sie einander stark wie Nacht und Kaffee in die Augen und lassen nicht locker bis endlich, wo der Bildschirm ausgeknipst wird.

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