Schreck am frühen Morgen

06.09.07

nach 9 Uhr

Allerhand Schrecken der Nacht durchlebt, um 6 Uhr verwundert aus dem Schlaf aufgefahren,

verblüfft, voller Staunen: man hat überlebt:

das Wasserglas steht noch am Fenster,

Herbstnebel zieht durch die Scheiben,

auf der Bettdecke landen erste farbige Blätter.

Frühmorgenlektüre bringt Tageslesung Lukas 5, 1-11 ans Bett,  Erzählung vom frühen Tag, an dem der Wanderprediger Jesus seine drei ersten Schüler gewann.

Das ist die Geschichte, wo der Rabbi aus Nazareth ans Ufer kommt. Ein paar Fischer waschen gerade ihre Netze aus, von einem nächtlichen Fischzug zurück, der nichts gebracht hat. Der Wanderprediger bittet sich eines der Boote aus, setzt sich, um vom See her zu den Menschen am Ufer zu sprechen. Er hat seine Rede beendet und sagt zu Petrus, damals noch Simon, er solle zur Tiefe (griechisch báthos) hinausfahren und dort die Netze herunterlassen.

Warum Tiefe? Man wird sehen.

Wider besseres Fischerwissen und gegen jede Erfahrung gehorcht Simon.

Beim Heraufziehen zeigt sich, dass die Netze so voll sind, dass sie zu zerreißen drohen und erst mit Hilfe der Kompagnons, die vom Strand herbeigeeilt sind, ins Boot gewuchtet werden können. Es droht zu sinken. Dramatische Situation. Simon, die Genossen und Teilhaber Jakobus und Johannes werden von Schrecken erfasst ….

Erschrecken – es gibt den Anfang zu ihrer Karriere als Apostel.

Aber zuvor auf die Tiefe hinaus.

Man könnte auch sagen, vom Wort bathos her: auf die Höhe oder in die Weite hinaus.

Das bleibt sich gleich.

bathos oder bythos, Fülle, Leere, Höhe, Tiefe, Abgrund, Räume, aus denen Schwindel und Schrecken einsetzen.

 

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